IPv6 Adresstypen

Posted on Mai 28, 2010
Filed Under Prüfungstipps, Serien

Nachdem es im letzten Teil der Serie um die Grundlagen von IPv6 ging sind heute die Adresstypen dran.

Adresstypen

Denken wir noch einmal an IPv4. Hier haben wir drei Adresstypen, die maßgeblich von der Zielsetzung der Kommunikation in einem oder zwischen Netzwerken abhängen. Die klassische Kommunikation ist eine Kommunikation zwischen genau zwei Endpunkten in einem Netzwerk, dem Quellhost und dem Zielhost. Hierzu müssen den Hosts eindeutige IP-Adressen in ihrem jeweiligen Netzwerk einschließlich der korrekten Subnetzmaske zugewiesen werden. Das ist ja immer dann wichtig, wenn z.B. Daten in irgendeiner Form sicher von einem Quellhost zu einem Zielhost übertragen werden müssen. Hier spricht man vom Unicast. Wenn eine Mitteilung an alle Rechner im lokalen Netzwerk gemacht werden soll, wird einfach quasi ins Netz reingerufen. Jeder Host wird das dann schon mitkriegen. Das ist dann der Broadcast. Und wenn Daten an eine Gruppe von Hosts gesendet werden sollen, dann müssen diese zusammengehörenden Hosts als Gruppe erkannt werden und sie erhalten dann zusätzlich zur ihrer eindeutigen IP-Adresse eine weitere, die sie als Mitglied der Gruppe ausweist, das ist dann die sogenannte Multicastadresse.

So ähnlich sieht es auch unter IPv6 aus, nur dass es dort keinen Broadcast mehr gibt. Wohl aber den Unicast; auch hier für die Nachricht an eine Station. Ebenso den Multicast für den Versand von Nachrichten an eine definierte Gruppe. Und da gibt es noch den Anycast, und der ist neu. Dabei geht es um den nächstgelegenen Host einer definierten Gruppe.

Genauso wichtig wie der Unicast unter IPv4 ist, ist er es auch unter IPv6. Die Unicastadresse bezeichnet einen Host eindeutig innerhalb seines gültigen Bereichs. Erinnern wir uns an die IPv4-Unicastadressen. Da hatten wir die öffentlichen, weltweit eindeutigen Unicast-IP-Adressen. Daraus war ein Teil entnommen, der für den Aufbau von privaten, nur innerhalb des Unternehmensnetzwerks und nicht im Internet routbaren privaten Unicast-IP-Adressen. Das sind die Adressbereiche von 10.0.0.0 bis 10.255.255.255, von 172.16.0.0 bis 172.31.255.255 und von 192.168.0.0 bis 192.168.255.255. Und dann gibt es noch die APIPA-Adressen („Automated Private IP-Adresses“), die sich ein Host, der für den automatischen Bezug einer IP-Adresse durch einen DHCP-Server konfiguriert ist und diesen nicht erreicht, nach bestimmten Regeln selber vergibt und die nur im lokalen Netz verwendet werden können, da sie kein Router weiterleitet (von 169.254.0.0 bis 169.254.255.255). Und so ähnlich schaut es auch bei den IPv6-Unicastadressen aus.

Hier gibt es aggregierbare globale Unicastadressen (vergleichbar mit den öffentlichen IP-Adressen unter IPv4), standortlokale Adressen (vergleichbar mit den privaten Adressen unter IPv4), verknüpfungslokale Adressen (vergleichbar mit den APIPA-Adressen unter IPv4), Spezialadressen (vergleichbar z.B. mit der Loopbackadresse unter IPv4) und Kompatibilitätsadressen.

Im nächsten Teil der Serie geht es um die Unicastadressen.

Bis dahin Grüße

Rüdiger und Mario

PS: Du willst auch weiter auf dem Laufenden bleiben? Dann abonniere den Feed1

Kommentare

Hinterlassen Sie eine Antwort




Bad Behavior has blocked 172 access attempts in the last 7 days.