IPv6 Unicastadressen

Posted on Juni 1, 2010
Filed Under Serien, Tipps-und-Tricks

Heute geht es um die IPv6 Unicastadressen.

Eine Unicastadresse identifiziert eindeutig einen Netzwerkadapter. Hier unterscheiden wir verschiedene Typen:

  • Aggregierbare globale Unicastadressen
  • Standortlokale Unicastadressen
  • Verbindungslokale Adressen
  • Spezialadressen
  • Kompatibilitätsadressen

Aggregierbare globale Unicastadressen

sind vergleichbar mit den IPv4-öffentlichen IP-Adressen und identifizieren einen Netzwerkadapter weltweit eindeutig. Sie dienen gleichzeitig zum Aufbau einer effizienten hierarchischen globalen Routinginfrastruktur.

Eine solche IP-Adresse besitzt folgenden Aufbau:

3 Bit           Formatpräfix                           001

13 Bit         Toplevel-Aggregator                identifiziert die höchste Ebene                                                                 der Routinghierarchie und                                                                      identifiziert Kontinente bis hin                                                                 zu großen globalen ISPs

8 Bit           Reserve                                   für Expansionszwecke

24 Bit         Nextlevel-Aggregator               wird von den ISPs zur

Identifizierung der Kunden-

standorte und der damit

verbundenen Adress- und

Routinghierarchie vergeben

16 Bit         Sitelevel-Aggregator                dient im wesentlichen zum

Aufbau von Subnetzen

innerhalb des Kundenstandorts

64 Bit         Netzwerkinterface                   identifiziert eindeutig den

Netzwerkadapter im Subnetz

Standortlokale Unicastadressen

sind vergleichbar mit den IPv4-privaten IP-Adressen und identifizieren einen Netzwerkadapter innerhalb des Unternehmens eindeutig. Sie dienen zum Aufbau einer unternehmensinternen Routinginfrastruktur.

Eine solche IP-Adresse besitzt folgenden Aufbau:

10 Bit         Formatpräfix                           1111 1110 11

38 Bit         Nullen                                     ::

16 Bit         Sitelevel-Aggregator                Subnetzkennung

64 Bit         Netzwerkinterface                   Netzwerkadapter

Private Intranets, die nicht über eine direkte, geroutete Verbindung zum IPv6-Internet verfügen, können standortlokale Adressen verwenden, ohne Konflikte mit aggregierbaren globalen Unicastadressen auszulösen. Standortlokale Adressen können von anderen Standorten nicht erreicht werden, und Router dürfen standortlokalen Datenverkehr nicht an Ziele außerhalb des Standorts weiterleiten. Standortlokale Adressen können zusätzlich zu aggregierbaren globalen Unicastadressen verwendet werden. Der Bereich einer standortlokalen Adresse ist der Standort, d.h. das Netzwerk des Unternehmens).

Die ersten 48 Bits sind immer für standordlokale Adressen beginnend mit FEC0::/48 festgelegt. Auf die 48 feststehenden Bits folgt der 16-Bit-Sitelevel-Aggregator (das Feld Subnetzkennung), das 16 Bits bereitstellt, mit denen Subnetze innerhalb der Organisation erstellt werden können. Bei 16 Bits können bis zu 65.536 Subnetze in einer flachen Subnetzstruktur erstellt oder die Bits mit der höchsten Priorität des Feldes Subnetzkennung zum Erstellen einer hierarchischen und aggregierbaren Routinginfrastruktur verwendet werden. Auf das Feld der Subnetzkennung folgt ein 64-Bit-Feld mit der Schnittstellenkennung, das eine bestimmte Schnittstelle in einem Subnetz kennzeichnet.

Verbindungslokale Unicastadressen

sind vergleichbar mit den IPv4-APIPA-Adressen und identifizieren einen Netzwerkadapter im lokalen Netzwerk. Diese Adressen vergeben sich die IPv6-Hosts selber. Sie werden nicht geroutet und verlassen das lokale Netzwerk nicht.

Eine solche IP-Adresse besitzt folgenden Aufbau:

10 Bit         Formatpräfix                           1111 1110 10

54 Bit         Nullen                                     ::

64 Bit         Netzwerkinterface                   Netzwerkadapter

Verbindungslokale Adressen werden von Hosts bei der Kommunikation mit benachbarten Hosts im selben Netzwerk eingesetzt. Der Gültigkeitsbereich einer verbindungslokalen Adresse ist das lokale Netzwerk. Eine verbindungslokale Adresse ist für Prozesse der Neighbor Discovery erforderlich und wird immer automatisch konfiguriert, selbst wenn keine anderen Unicastadressen vorhanden sind.

Das war’s für heute im nächsten Teil der Serie geht es um Spezialadressen.

Bis dahin…

Rüdiger und Mario

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Verbindungslokale Adressen beginnen immer mit FE80. Bei der 64-Bit-Schnittstellenkennung ist das Präfix für verbindungslokale Adressen immer FE80::/64. Ein IPv6-Router leitet verbindungslokalen Verkehr nicht in andere Netzwerke weiter.

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